Konkrete Vorschläge, um den Anstieg der Energiekosten zu mildern

Veröffentlicht am 18.11.2021

Der ACL setzt sich dafür ein, dass jedem geholfen wird.


Uns allen liegt der Erhalt des Planeten am Herzen, aber nicht alle verfügen über die finanziellen Mittel, um mit dem ökologischen Wandel Schritt zu halten. Individuelle Mobilität muss für die gesamte Bevölkerung erschwinglich bleiben.

Der Automobil-Club Luxemburg (ACL) ist weiterhin der Ansicht, dass eine Verteuerung der Energiepreise die Ungleichheiten zwischen den Bürgern nur noch weiter verschärfen wird. Damit die individuelle Mobilität für jedermann erschwinglich bleibt, fordert der ACL die Behörden auf, nachhaltige Lösungen zur Senkung des Energiebudgets von Haushalten und Unternehmen zu finden, die über die bereits ergriffenen Maßnahmen hinausgehen.

Sauberere Mobilität

Als Gast der Redaktion auf RTL-Radio erinnerte der Direktor des ACL, Jean-Claude Juchem, daran, dass "25 % des luxemburgischen Fahrzeugbestands älter als zehn Jahre ist, 22.000 Fahrzeuge sind zwischen 15 und 20 Jahre alt. Wenn man etwas für die Umwelt tun will, könnte man die Entscheidung treffen, diese Fahrzeuge, die eine alte Euro-Norm haben, zu ersetzen. Der Grund für die Überalterung des Fahrzeugbestands ist, dass sich die Menschen den Umstieg auf ein neues Auto nicht leisten können. Man muss denjenigen, die sich in einer prekären Situation befinden, helfen, das Fahrzeug zu wechseln“. Um dies zu erreichen, schlägt er der Regierung vor, neue finanzielle Hilfen für die einkommensschwächsten Haushalte zu entwickeln, die es sich nicht leisten können, ihr Auto ohne finanzielle Unterstützung gegen ein neueres Modell auszutauschen, und noch weniger die finanziellen Mittel haben, sich trotz der bereits bestehenden staatlichen Prämien ein Elektrofahrzeug zu kaufen.



Als weitere zu prüfende Möglichkeit nannte Jean-Claude Juchem auch die Möglichkeit, eine Entfernungspauschale einzuführen, die an Arbeitnehmer gezahlt wird, die die meisten Kilometer zur Arbeit zurücklegen müssen.

Durch die Anpassung seiner Gewohnheiten beim Mobilitätsverbrauch kann auch jeder Einzelne auf seiner Ebene zu einer saubereren Mobilität beitragen. „Für kurze Distanzen ist es besser, auf das Fahrrad, zu Fuß oder auf öffentliche Verkehrsmittel zurückzugreifen. Für den ACL sind dies Maßnahmen des gesunden Menschenverstands“, betonte der Direktor des ACL. Darüber hinaus ermöglicht ein Tag Telearbeit pro Woche auch eine Reduzierung der Fahrten um 20 % im Vergleich zu einer normalen Arbeitswoche. Nicht zu vergessen ist die Nutzung eines Motorrads, das deutlich weniger CO2 ausstößt als ein Auto.

Ein Risiko, Ungleichheiten zu vergrößern

Heute muss ein Autofahrer, der ein Dieselfahrzeug mit einem Verbrauch von 6 Litern fährt und 20.000 km pro Jahr zurücklegt, 1.700 € für Kraftstoff bezahlen. Rechnet man Wartung, Reifen und Versicherung hinzu, erhöht sich die Rechnung um 1.000 €, d.h. 2.700 € pro Jahr, nur um mit dem Auto zu fahren und zur Arbeit fahren zu können. „Das entspricht dem 1,5-fachen des sozialen Nettomindestlohns. Allerdings arbeiten heute 60.000 Arbeitnehmer in Luxemburg zum Mindestlohn. Wenn man diese Zahl mit den 77.000 Autos im Bestand vergleicht, die älter als zehn Jahre sind, ist es schwer, die beiden nicht miteinander in Verbindung zu bringen", so Jean-Claude Juchem.

Trotz der Zuschüsse von 8.000 € für den Kauf eines Elektroautos, dessen Durchschnittskosten bei rund 50.000 € liegen, ist es unwahrscheinlich, dass die einkommensschwächsten Haushalte in den nächsten zehn Jahren auf Elektromobilität umsteigen können. Die Gefahr, dass die Ungleichheiten innerhalb der Bevölkerung zunehmen, ist größer als je zuvor.
 

Betroffene Unternehmen ebenfalls

Auch Unternehmen verursachen noch immer Verkehr und Kohlendioxidemissionen. Mit mehr als 470.000 Beschäftigten und etwa 50.000 neuen Grenzgängern, die für die nächsten Jahre angekündigt sind, gibt es für den ACL einiges zu bedenken.

Die Entwicklung der Funktion des Mobilitätsmanagers innerhalb der Unternehmen ist einer der Wege, die eingeschlagen werden sollten. Seine Rolle als Berater und Informant seiner Mitarbeiter wird dazu beitragen, Verhaltensänderungen zu bewirken. Neben der Ausbildung zum Mobilitätsmanager, die in Zusammenarbeit mit der "Université de Luxembourg" angeboten wird, hat der ACL auch die "Fleet Association for Mobility" (FAM) ins Leben gerufen. Seine Experten sind bevorzugte Ansprechpartner, sobald es darum geht, Unternehmen bei der Auswahl ihres Fuhrparks zu unterstützen.

Die ehrgeizigen Ziele, bis 2030 einen luxemburgischen Fahrzeugpark zu erreichen, der zu 49 % aus Elektrofahrzeugen besteht, stoßen heute auf zahlreiche Klippen, die es gemeinsam zu überwinden gilt. Nur wenn Privatpersonen auf dem Weg zum ökologischen Wandel mit konkreten Maßnahmen begleitet werden, die über Ankündigungseffekte hinausgehen, können sozialer Zusammenhalt, Umweltschutz und Wirtschaftswachstum in einem tugendhaften Dreiklang koexistieren.

Der Weg ist noch lang, aber er muss beschritten werden, indem alle Akteure auf gemeinsame Ziele eingeschworen werden.

Weiteres über das Thema im Artikel von Le Quotidien "ACL : Une voiture électrique à elle seule ne sert à rien».

Crédit photo : © RTL

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