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Trips und Kurzreisen ganz nah: Nancy
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ALTSTADT-FLAIR, JUGENDSTIL UND MACARONS
Ein Tag in Nancy, der Hauptstadt der Herzöge von Lothringen, beginnt am besten früh am Morgen, wenn die Stadt noch ruhig ist und ihr architektonischer Reichtum besonders zur Geltung kommt. Von Luxemburg aus ist das kein Problem, denn mit dem Auto erreicht man die größte Stadt an der Meurthe bequem in weniger als anderthalb Stunden.
KLASSISCHE ARCHITEKTUR UND JUGENDSTIL-JUWEL
Schon beim ersten Morgenspaziergang wird mir klar, dass Nancy weit mehr ist als eine charmante französische Stadt: Sie ist geprägt von ihrer klassischen Eleganz, ihren zahlreichen Jugendstil-Highlights (Art Nouveau) und dem typischen, regen Treiben einer waschechten Studentenstadt.
Mein Rundgang beginnt auf der berühmten Place Stanislas, dem Herzstück der Stadt. Zusammen mit der Place de la Carrière und der Place d’Alliance bildet sie ein außergewöhnliches Ensemble, das seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Diese Plätze gelten als Meisterwerke der Stadtplanung des 18. Jahrhunderts. Sie sind harmonisch gestaltet und reich verziert mit vergoldeten Gittern und Brunnen. Stanislaus Leszczyński, König von Polen und Herzog von Lothringen, ließ sie errichten, um die Alt- und Neustadt miteinander zu verbinden und zugleich eine moderne und repräsentative Stadt zu schaffen. Eine beeindruckende klassische Architektur, die auch heute noch ihresgleichen sucht!
KUNSTMUSEUM AM SCHÖNSTEN PLATZ VON NANCY
Direkt an der Place Stanislas befindet sich das Musée des Beaux-Arts de Nancy, das bereits durch seine eigene Architektur einen Besuch wert ist. Zu entdecken gibt es eine beeindruckende Sammlung europäischer Kunst vom 14.-17. Jhdt. Besonders faszinierend finde ich die Werke von Émile Friant, einem renommierten französischen Maler des Naturalismus, der 1863 in Dieuze, rund 60 km südöstlich von Metz, geboren wurde. Seine realistischen, fast fotografisch wirkenden Gemälde, voller Emotionen und feiner Beobachtung, bleiben mir als persönlicher Höhepunkt des Tages in Erinnerung.
Nancy gilt als eine Hochburg des europäischen Jugendstils. Die Stadt war das Zentrum der sogenannten École de Nancy, eine Kunstbewegung, die um 1900 hier entstand und die sowohl die Architektur als auch die Kunst revolutionierte. Beim Schlendern durch die Innenstadt entdeckte ich unzählige florale Ornamente, geschwungene Linien und kunstvolle Fassaden. Dazu gehört auch die Villa Majorelle, ein wahres Gesamtkunstwerk des Jugendstils.
ALTSTADT-CHARME UND LOKALE SPEZIALITÄTEN
Zur Mittagszeit gönne ich mir ein (hervorragendes!) Sandwich bei Made in France – eine echte Institution vor Ort. Den Tipp habe ich übrigens von meinem Mann, der in Nancy studiert hat. Danach probiere ich die berühmten Macarons de Nancy, die, anders als ihre Pariser Verwandten, schlicht und ohne Füllung sind, dafür aber herrlich intensiv im Geschmack. Ihre Geschichte reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück, als zwei Benediktiner-Nonnen, die „Macaron-Schwestern“, das Rezept entwickelten. Die besten gibt’s natürlich in der charmanten Maison des Sœurs Macarons – ein ideales Mitbringsel für zuhause!
Ein weiteres Symbol der Stadt ist die Bergamotte, eine aromatische Zitrusfrucht, die hier in Form von Bonbons kultiviert wird. Ihr feiner Duft begleitet mich bei meiner Entdeckungstour durch die vielen kleinen Boutiquen, Pâtisseries und Fromageries, die das Stadtbild prägen.
Als Studentenstadt kann Nancy mit vielen coolen Cafés und schönen Terrassen aufwarten. Die kleine Großstadt versprüht eine ganz besondere Lebensfreude, die richtig ansteckend wirkt!
STUDENTENSTADT MIT HISTORISCHEM FLAIR
Am Abend geht’s in die prachtvolle Brasserie Excelsior, ein weiteres Juwel des Jugendstils. Im eleganten Ambiente genieße ich eine köstliche Choucroute de la mer, gefolgt von klassischen Crêpes Suzette. Das Interieur, mit seinen Glasfenstern und dekorativen Details, macht das Essen nicht nur zu einem kulinarischen, sondern auch zu einem kulturellen Erlebnis.
Bevor ich den Tag beende, spaziere ich noch einmal durch die beleuchteten Plätze. Die Fassaden strahlen im warmen Licht. Trotz kühler Temperaturen sind die Terrassen fast alle besetzt. Die Stadt wirkt total lebendig und gleichzeitig völlig entspannt.
Mein Besuch in Nancy hat mir erneut gezeigt, dass diese Stadt nicht nur ein besonders sympathisches Reiseziel mit historischem Flair ist, sondern auch ein Garant dafür, in direkter Nachbarschaft zu Luxemburg echtes französisches Savoir-vivre zu erleben und mit zu genießen.
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