Diese Website verwendet Cookies, die eine vereinfachte und verbesserte Handhabung unterstützen. Cookies sind kleine Textdateien, die auf dem Gerät, mit dem Sie auf diese Website zugreifen, gespeichert werden. Wenn Sie diese Meldung ignorieren oder schließen und auf dieser Website bleiben ohne die Cookies in Ihren Browsereinstellungen zu deaktivieren, gehen wir davon aus, dass Sie der Verwendung von Cookies zustimmen. Weitere Informationen über die Verwendung von Cookies entnehmen Sie bitte unseren Nutzungsbedingungen und unserer Datenschutzerklärung..

Vëlosummer 2020

Multimodal geht anders!

 
Im Rahmen des Projektes „Vëlosummer 2020“, mit dem der Minister für Mobilität und öffentliche Arbeiten François Bausch und Tourismusminister Lex Delles den Radverkehr zu fördern gedachten, sollten unter anderem 16 Straßenabschnitte exklusiv für Radfahrer reserviert werden. 
 
In einer Stellungnahme (in französischer Sprache abrufbar) sowie in einem an Minister Bausch gerichteten Schreiben bekundete der ACL nach vielen Reaktionen von Clubmitgliedern seinen Unmut über diese Maßnahme und führte dabei als Begründungen vor allem die offensichtliche Diskriminierung von Autofahrern durch die ihnen entstehenden Unannehmlichkeiten sowie mögliche Sicherheitsprobleme an.
 
Der Club wies außerdem darauf hin, dass einige betroffenen Gemeinden die rechtliche Grundlage einer solchen Regelung in Frage stellen würden und schloss sich deren Bedenken an. Nachdem mehrere Gemeinden ihr Veto eingelegt hatten, blieben schlussendlich noch 6 Strecken übrig, die während mehrerer Wochen zeitweise oder dauerhaft dem Radverkehr vorbehalten waren.
 
In seinem Antwortschreiben argumentierte François Bausch, die angesprochenen Strecken seien keineswegs komplett für den motorisierten Verkehr gesperrt, denn Linienbussen und Anwohnern sei die Durchfahrt ja nach wie vor erlaubt. Und was die Umleitungen angehe, stellten die vom ACL ermittelten zusätzlichen Fahrtzeiten von vier, fünf Minuten für die betroffenen Autofahrer ja wohl kein großes Problem dar. Was die Legalität der Maßnahme angehe, so Bausch weiter, sei er als zuständiger Minister laut Code de la Route befugt, Verkehrsregelungen jederzeit auch ohne vorherige Absprache mit den Gemeinden in Kraft zu setzen. Schlussendlich meint der Minister den Club daran erinnern zu müssen, dass man mit der Förderung der Multimodalität ja schließlich ein gemeinsames Ziel verfolge.
 
Zum juristischen Aspekt der Sperrungen hat der Automobil-Club eine fundierte rechtliche Analyse erarbeitet, sie ist in französischer Sprache abrufbar. Unabhängig von der Rechtslage ist der Club aber der Ansicht, derart einschneidende Verkehrsmaßnahmen sollten schon aus Gründen der Fairness grundsätzlich nur in Absprache mit den betroffenen Kommunen eingeleitet werden.
 
Was François Bauschs weitere Argumente betrifft, muss nicht betont werden, dass der ACL als führender Mobilitätsclub Luxemburgs selbstverständlich hinter dem Konzept einer sanften und multimodalen Mobilität steht, zu der auch das Fahrrad gehört. Unabhängig davon bleibt der Club aber bei seiner Ansicht, dass es sich bei den sommerlichen Streckensperrungen um eine übereilte und mangelhaft durchdachte Maßnahme handelte: Die nach Ansicht des Ministers zumutbaren Umwege stießen jedenfalls, analysiert man die Reaktionen zahlreicher Clubmitglieder, bei betroffenen Autofahrern, die trotz Covid keine Telearbeit machten und für die Fahrt zur Arbeit auf ihr Fahrzeug angewiesen waren, auf wenig Gegenliebe.
 
Der Automobil-Club ist der Meinung, dass Multimodalität keineswegs bedeuten kann, ein Verkehrsmittel (in diesem Fall das Auto) im Bedarfsfall einfach „auszusperren“. Vielmehr sollte ausnahmslos auf respektvolles Miteinander aller Verkehrsteilnehmer - Radfahrer, Motorradfahrer und Autofahrer! - gesetzt und auf deren jeweilige Bedürfnisse eingegangen werden. Im Sinne der weiteren Förderung des Fahrrads wäre übrigens ein konsequenter Ausbau der nationalen Radwege ein wichtiger Schritt, weil so auf jeden Fall mehr Sicherheit für die Radfahrer gewährleistet würde.
 
Der ACL wünscht sich - und vor allem den Verkehrsteilnehmern in Luxemburg - für die Zukunft durchdachtere Konzepte!
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
15