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Die Umweltzonen

Der europäische Umweltzonen-Dschungel

 

Die Zahl der Umweltzonen in Europa ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen – ebenso wie die Mobilitätsbeschränkungen durch Mautsysteme und Vignetten. Menge und Vielfalt der Systeme lassen an ein ausgeklügeltes und schier unendliches Geduldsspiel denken. Wenn man sich mit dem Auto in bestimmten europäischen Städten oder Regionen fortbewegen will, sind Rechenkünste mittlerweile wichtiger als Fahrkünste.
Die Europäische Union zeigt sich in diesem Zusammenhang weitgehend unfähig, für ein einheitliches und verständliches Verkehrssystem zu sorgen. Sie verschließt die Augen vor der Tatsache, dass die Systeme der verschiedenen Städte, Regionen oder auch Länder mitunter diskriminierend, vielfach ineffizient und grundsätzlich unverständlich sind und die Mobilität ihrer Bürger stark beeinträchtigen.
Seit Inkrafttreten der Richtlinie 2008/50/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Mai 2008 über die Luftqualität und saubere Luft für Europa haben etliche Länder, Regionen und Städte in Europa eigene gesetzliche Einschränkungen eingeführt, zu deren Umsetzung sie Instrumente wie Vignetten oder Online-Registrierungen mit unterschiedlichsten, komplexen Eigenheiten nutzen. Wer die Vorschriften nicht einhält, muss oftmals mit empfindlichen Strafen rechnen. Autoreisende sind also gut beraten, sich bei der Reiseplanung gründlich zu informieren.
So haben zum Beispiel viele Länder in Europa Umweltzonen festgelegt. Die Kriterien sind von Land zu Land verschieden – ebenso wie die Vorschriften und die Systeme für den Konformitätsnachweis (insbesondere mit Vignetten), die je nach Erfindungsgabe der politischen Entscheidungsgremien in Form und Inhalt variieren. Die Länder, die Vignetten eingeführt haben, wählen für diese Vignetten die verschiedensten Farben. Da allerdings jedes Land seine eigene Vignette hat, muss man dafür erst einmal Platz auf der Windschutzscheibe finden. In Ländern, die wie etwa Belgien eine Online-Registrierung verlangen, gibt es nicht einmal eine zentrale Website, auf der man sich für alle Städte mit Umweltzone anmelden könnte. In manchen Fällen müssen Autofahrer also die gleiche oder eine ähnliche Prozedur auf mehreren Websites durchexerzieren.
Das erscheint Ihnen kompliziert? Dann sollten Sie wissen, dass es in etlichen Ländern noch komplizierter zugeht, denn dort erwirbt man mit den unterschiedlichen Vignetten und Registrierungen je nach aktuellem Verschmutzungsgrad oder je nach Tageszeit jeweils unterschiedliche Fortbewegungsrechte.
Angesichts der europäischen Komplexität ist es so gut wie unmöglich, einen klaren Überblick über die französischen, deutschen, belgischen und sonstigen Systeme zu gewinnen. Touristen und Gelegenheitsbesuchern bereitet die Frage Kopfzerbrechen, welche Vignette oder Registrierung wo, wann und wie verwendet wird und für welche aktuelle Luftverschmutzungsart und welchen Fahrzeugtyp sie gilt – denn selbstverständlich wird zwischen verschiedenen Kategorien (Pkw, Bus, Wohnmobil, Lkw) differenziert. Um das Ganze noch interessanter zu gestalten, sind zahlreiche Einschränkungen in den Umweltzonen gar nicht auf Dauer festgelegt, sondern verändern sich mit der Zeit.
Solange Europa nicht in der Lage ist, gemeinsame Normen in diesem Bereich festzulegen, können die Informatiker munter immer neue Apps für Smartphones und andere Geräte entwickeln, mit denen Sie sich in Echtzeit über die Lage im Vignetten-Dschungel informieren können. Der internationale Automobil-Dachverband FIA (Fédération Internationale de l’Automobile), dem auch der ACL angehört, analysiert derzeit die Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme, damit er den europäischen Institutionen rechtskonforme Standards vorschlagen kann, die die Verkehrsteilnehmer im Blick behalten. Diese dringend notwendige Unterstützung sollte möglichst abgeschlossen sein, bevor weitere Länder ihrer Fantasie freien Lauf lassen. 
Die Umweltzonen