Bestens vorbereitet in die Motorradsaison starten

Veröffentlicht am 13.04.2022

Nach einem doch langen Winter freuen Sie sich bestimmt auf die ersten Ausfahrten mit Ihrem Bike.


Um jedoch sorgenfrei die erste Tour zu genießen, rate ich Ihnen, die Technik Ihres Motorrades sowie Bekleidung und Ausrüstung gründlich zu prüfen.

Säubern

Beginnen Sie mit den schwer zugänglichen Teilen, wie z.B. der Vorder- und Unterseite des Motors, dieser Bereich ist gewöhnlich dem Spritzwasser des Vorderrads ausgesetzt. Rundum das Antriebsritzel am Motorblock und um den Anlenkpunkt der Schwinge benutzen Sie Kettenreiniger, um das abgelagerte Fett zu entfernen. 

Lack- und Plastikteile sind kratzempfindlich, der Motorradzubehörhandel bietet spezifische Produkte zur Reinigung mit Mikrofasertüchern, um auch nur jede Art von Schrammen zu vermeiden. Um den Glanz vom Lack zu schützen, sollte man auf Lösemittel an Karosserieteilen verzichten.

Bremsanlage und Kupplung

Bei hydraulischen Bremsen und der Kupplung prüfen Sie alle sichtbaren Zylinder auf Dichtheit. Die Bremsflüssigkeit sollte alle zwei Jahre ausgetauscht werden, sie besitzt die Eigenschaft, Luftfeuchtigkeit anzunehmen. Dadurch wird der Siedepunkt herabgesetzt, mit der ansteigenden Temperatur beim Bremsen entstehen demnach Dampfblasen. Dies bedeutet einen Druckverlust am Hebel während des Bremsvorgangs, ein unangenehmes Gefühl und durchaus gefährlich! Das Auswechseln der Bremsflüssigkeit setzt ein gewisses Maß an technischem Wissen voraus, sollten Sie sich unsicher sein, überlassen Sie diese Arbeit Ihrer Werkstatt. 

Den Verschleiß des Bremsbelags können Sie mit einer Taschenlampe selbst prüfen, die Scheiben sollten sich in einem korrosionsfreien Zustand ohne Riefen befinden. Bei älteren Motorrädern muss sich das Rad auch nach einer langen Winterpause ohne nennenswerten Widerstand drehen lassen, andernfalls liegt der Verdacht auf einem schwergängigen Bremssattel. 

Bei der Betätigung durch Seilzüge, sei es für die Kupplung, den Gaszug oder bei Trommelbremsen, wie sie bei historischen Bikes verbaut sind, pflegen Sie die Bowdenzüge mit Teflon-Spray. Somit wird ein Verharzen verhindert, demzufolge lassen sich die Hebel einwandfrei betätigen.

Kettenspannung prüfen

Das Motorrad zuerst mit dem Haupt- oder einem Heckmontageständer anheben. Prüfen Sie die exakte Kettenflucht um sicherzustellen, dass das Vorder- sowie das Hinterrad in der gleichen Spur laufen. Prüfen Sie anschließend das Ritzel auf Verschleiß. Oft nutzt sich die Kette unregelmäßig ab, drehen Sie deswegen zur Prüfung der Kettenspannung mit einer Hand am Hinterrad und mit der anderen drücken Sie die Kette an der Unterseite leicht nach oben an. Dort wo die straffste Stelle ist, befindet sich der Messpunkt. Das vorgeschriebene Kettenspiel finden Sie auf Ihrem Bike oder in der Betriebsanleitung. Dort befindet sich auch die Angabe, ob die Messung unbelastet oder mit dem Biker auf dem Motorrad durchgeführt wird. 

Das Einfetten des Antriebs sollte stets nach einer Fahrt erfolgen, durch die aufgewärmten Kettenglieder kann das Schmiermittel optimal einwirken.

Reifen

Laut Gesetz beträgt die Mindestprofiltiefe 1,6mm, den Austausch der Reifen sollten Sie jedoch spätestens bei 2mm vorsehen. Verformungen an der Lauffläche oder unregelmäßiger Verschleiß sind bei Motorrädern keine Seltenheit und können sich gegebenenfalls negativ auf das Fahrverhalten auswirken. Prüfen Sie die Pneus auf eventuelle Risse oder sonstige Beschädigungen. Bei Maschinen, die nur selten bewegt werden, verhärtet die Gummimischung über die Jahre und die Reifen verlieren dann zunehmend an Haftung. Der Alterungsprozess hängt von mehreren Faktoren ab, spätestens im 5. Jahr sollte ein Wechsel anstehen. Das Produktionsdatum „DOT“ befindet sich seitlich auf der Reifenflanke (Beispiel: DOT 1821, der Reifen wurde in der 18. Produktionswoche 2021 hergestellt). Achtung: neu montierte Reifen brauchen eine Einfahrphase, besondere Vorsicht ist beim Bremsen, in Kurvenfahrt und beim Beschleunigen geboten!  Abschließend den angegebenen Fülldruck anpassen und über die Saison regelmäßig prüfen. Wie Sie selbst feststellen können, sollten Sie dem Motorradreifen zu Ihrer eigenen Sicherheit besondere Aufmerksamkeit schenken.

Elektrik - Batterie und Beleuchtung 

Wenn Sie Ihre Batterie über längere Standzeiten schonen wollen, rate ich Ihnen, ein für Motorräder geeignetes intelligentes Daueranschluss-Ladegerät zu benutzen. Eine solche Vorrichtung hat die Funktion, durch die ständige Be- und Entladung den Fahrbetrieb zu simulieren. Auf diese Weise vermeiden Sie die Sulfatierung der Batterieplatten und verlängern dementsprechend die Lebensdauer des Akkus. Prüfen Sie Ihre Beleuchtungsanlage, Sie müssen von den anderen Verkehrsteilnehmern auch bei Tageslicht gesehen werden!

Ausrüstung

Kontrollieren sie Ihren Motorradhelm auf eventuelle Beschädigungen, und zugleich, ob er noch den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Die europäische Norm ECE 22 finden Sie am Kinnriemen oder auf dem Innenfutter. Wichtig: Nur die Normen ECE 22 05 gegebenenfalls -06 sind bei Motorradhelmen zulässig! Zur passiven Sicherheit trägt die richtige Schutzkleidung bei, verzichten Sie auf Low-Cost Kombis und lassen Sie sich in einem Fachgeschäft beraten. Die Bekleidung bietet nur dann Schutz, wenn z.B. alle Protektoren exakt am Körper anliegen. Um sicher zu gehen, dass es sich für Sie komfortabel anfühlt, rate ich Ihnen, die neue Motorradbekleidung zur Sitzprobe auf Ihrem Kraftrad zu checken.

Viel Spaß beim Start in die neue Motorradsaison!.
 

 
 
 
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