Die Auswirkungen von Reifenverschleiss auf die Umwelt

Veröffentlicht am 21.12.2021

Die Umweltauswirkungen von Reifenabrieb stehen im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit, oft im Zusammenhang mit der Freisetzung von inhalierbarem Mikroplastik. Jährlich werden in der EU laut aktuellen Studien rund 500.000 Tonnen Reifenabrieb produziert.

Der ACL und seine europäischen Partner haben erstmals eine umfassende Studie zur Veranschaulichung und Bewertung der Umweltauswirkungen von Reifenabrieb durchgeführt. Dabei wurden 15 verschiedene Modelle in unterschiedlichen Grössen auf den Prüfstand gestellt. Gleichzeitig wurde untersucht, ob umweltfreundliche Reifen für Autofahrer sicher sind.
Der Abrieb der Reifen eines Fahrzeugs beträgt im Durchschnitt etwa 120 g pro 1.000 km. Beim Reifenabrieb gibt es keine grundsätzlichen Unterschiede zwischen Sommer-, Winter- und Ganzjahresreifen. Die Tests zeigten, dass es in fast allen getesteten Grössen Reifen mit einem Abrieb von weniger als 100 g pro 1.000 km gibt.
Der Reifen mit dem geringsten Abrieb ist der Michelin Cross Climate+ in der Grösse 185/65 R15 (58 g/1.000 km). Der Cross Climate+ zeigt, was heute technisch machbar ist und bietet gleichzeitig die nötigen Sicherheitsfeatures. Am anderen Ende der Skala steht der Bridgestone Blizzak LM005 in der Grösse 195/65 R15 mit rund 171 g Abrieb pro 1.000 km. Dieser Reifen kann nicht einmal in puncto Fahrsicherheit überzeugen.
 

Michelin, Vredestein und Goodyear stehen auf dem Podium

Besonders positiv sticht die Marke Michelin hervor. Das Michelin-Modell bietet in fast allen getesteten Reifengrössen einen sehr geringen Reifenabrieb und schneidet gleichzeitig in den sicherheitsrelevanten Kategorien gut ab. Auch die Marke Vredestein überzeugt mit geringem Abrieb und guten Fahreigenschaften.
Die Analyse des Abriebs der Reifen von 15 Herstellern zeigt, dass Michelin mit einem durchschnittlichen Reifenabrieb von nur 90 g pro 1.000 km weit vor der Konkurrenz liegt. Positiv ist, dass die getesteten Michelin-Reifen trotz ihres geringen Abriebs durchweg gute bis zufriedenstellende Ergebnisse in der Kategorie Sicherheit erzielen.
Auch Vredestein überzeugt mit seiner neuesten Reifengeneration mit einem überraschend geringen Abrieb von nur 100 g pro 1.000 km. Im Gegensatz zu Michelin überzeugen die Sicherheitseigenschaften des niederländischen Reifenherstellers allerdings nicht in allen Grössen. Vredestein ist bereits auf dem besten Weg, sichere und umweltfreundliche Reifen zu produzieren, erzielt aber noch keine konstant gute Leistung in mehreren verschiedenen Reifengrössen.
An dritter Stelle, ebenfalls mit einem durchschnittlichen Abrieb von 109 g/1.000 km, liegt Goodyear. Vor allem mit dem Efficient Grip Performance 2 scheint Goodyear in Sachen Öko-Reifen einen Sprung nach vorne gemacht zu haben, wie der Sommerreifentest 2021 in der Grösse 205/55 R16 zeigt.

Es sind noch weitere Fortschritte nötig

Unter den weniger effizienten Reifen befinden sich drei Premiumhersteller: Pirelli, Bridgestone und Continental. In Sachen Reifenabrieb haben sie noch einen langen Weg vor sich. Insbesondere Pirelli scheint die Umweltauswirkungen von Reifenabrieb nicht verstanden zu haben.
Einige Reifenhersteller haben bereits erkannt, dass ein geringer Reifenabrieb zunehmend wichtiger wird. Er schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel des Autofahrers, da die Reifen bei gleicher Profiltiefe länger halten.
Dank neuer von den Herstellern entwickelter Technologien müssen keine Kompromisse mehr zwischen geringem Abrieb und Sicherheit gemacht werden.
Der ACL und seine europäischen Partner sind sich einig: Jetzt ist es an der Zeit, die Dinge zu überdenken. Die Werbebotschaften der Hersteller, die heute noch die Fahrleistung ihrer Reifen in den Mittelpunkt stellen, müssen sich ändern. Verbraucher sind gut beraten, sich für sichere und umweltfreundliche Reifen zu entscheiden.

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