Der ACL appelliert an die Regierung, für eine bezahlbare Mobilität zu sorgen

Veröffentlicht am 09.11.2021

Der rasante Anstieg der Kraftstoffpreise trifft alle Länder Europas. Doch in Luxemburg ist dieser Anstieg seit über einem Jahr am ausgeprägtesten.


Das statistische Amt der Europäischen Union Eurostat hat „im September 2021 in Luxemburg die bedeutendste Preissteigerung in einem Jahr in Europa verzeichnet (+31 %)“. Im Vergleich hierzu sind die Steigerungen der Kraftstoffpreise in den Nachbarländern, wenngleich sie dort höher sind, deutlich geringer als in Luxemburg. So stiegen die Preise laut einer Studie des europäischen Statistikamts von September 2020 bis September 2021 in Deutschland „nur“ um 27 %, in Belgien „nur“ um 18 % und in Frankreich um 17 %.



Um sich ein besseres Bild von der Preisexplosion zu machen, haben die Experten des ACL anhand der auf den Anzeigetafeln der Tankstellen verfügbaren Daten von Jahresbeginn bis zum 28. Oktober dieses Jahres ihre eigenen Berechnungen durchgeführt.

 






Das Ergebnis ist klar und deutlich. Während ein Liter Diesel im vergangenen Jahr noch 1,047 € kostete, schlägt er heute mit 1,418 € zu Buche, was einer Steigerung von 35,43 % entspricht. Das ist der stärkste Anstieg unter den gängigsten Kraftstoffen. SP95 ist heute 33,04 % teurer als im vergangenen Jahr (1,502 € gegenüber 1,129 €), während der Preis für SP98 um 31,07 % gestiegen ist (1,194 € am 1. Januar 2021 gegenüber 1,565 € ein Jahr später).

Parallel hierzu machten auch die Strompreise am „Spotmarkt“ einen spektakulären Höhenflug. Während die Versorgungsunternehmen den Strom zu Jahresbeginn noch für 0,054 €/kWh einkauften, kostete er Ende Oktober auf diesem Großhandelsmarkt 0,14 €/kWh. Aufgrund ihres weniger unmittelbaren Charakters wurden diese Preissteigerungen noch nicht auf die Rechnung des Endverbrauchers abgewälzt, der zurzeit noch durchschnittlich 0,16 €/KWh zahlt.

Ein Beispiel: Ein Autofahrer, der mit einem Dieselfahrzeug, das etwa 6 Liter verbraucht, etwa 20.000 km fährt, muss im Vergleich zum letzten Jahr 445 € mehr bezahlen (1.256 € gegenüber 1.701 €). Für die gleiche Strecke, die mit einem Auto mit SP95 und einem Verbrauch von 7 Liter zurückgelegt wird, beträgt die Differenz 522 € (1.580 € und 2.102 €). Außerdem hat die Angst vor einer Verknappung des Zusatzstoffs "AdBlue" die Preise in einigen Ländern bereits um das Fünffache steigen lassen. Dies ist ein weiterer Kostenfaktor für alle Nutzer neuerer Dieselfahrzeuge und für den Straßenverkehr mit schweren Nutzfahrzeugen.


 
Es stimmt, dass die derzeitige Krise auf dem Ölmarkt eine wichtige Rolle bei diesem Anstieg gespielt hat. Aber ein neuer Anstieg der Kraftstoffpreise würde die Ungleichheiten zwischen den Bürgern nur noch vergrößern. Für den ACL muss die individuelle Mobilität für die gesamte Bevölkerung erschwinglich bleiben.

 

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