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Einfahrphase beim Neuwagen

Veröffentlicht am 08.05.2020

Da sich die Fertigungstechnik im Motorenbau in den letzten Jahren deutlich verbessert hat, wird heute dem Einfahren (Rodage) eines neuen Fahrzeugs nur noch kaum noch Bedeutung zugeschrieben.

Am Prinzip selbst hat sich jedoch nichts verändert, die mechanischen Bauteile in Ihrem Aggregat müssen sich trotz geringen Fertigungstoleranzen zuerst „einlaufen“. So sind z. B. Kolbenringe und Zylinderwand bei einem neuen Motor noch nicht perfekt eingefahren. Aus diesem Grund rate ich Ihnen, allzu hohe Drehzahlen auf den ersten 3000 km zu vermeiden. Beim Dieselmotor soll ten Sie sich während den ersten 1000 km auf ungefähr 2500 U/min begrenzen und beim Benziner möglich nicht überschreiten. Durch die entstehende Reibung passen sich die mechanischen Bauteile, die miteinander in Bewegung stehen, während der Einfahrphase zunehmend an. Von  längeren Autobahnfahrten mit konstanter Drehzahl rate ich Ihnen ab. Damit sich Ihr neues Aggregat optimal einfährt, sind Drehzahlschwankungen und verschiedene Lastzustände für den Motor ideal, hierfür eignen sich  Landstraßen mit Relief. Mit zunehmenden Kilometern können Sie die Drehzahl progressiv erhöhen. Dank verbesserter Filtertechnik und hochqualitativem Motorenöl ist in der Regel ein Ölwechsel frühzeitig nicht mehr nötig, es  sei denn, der Hersteller würde es vorschreiben. Was für den Motor und den Antriebsstrang zählt, bezieht sich auch auf die Bremsanlage. Die Beläge müssen sich auf den Bremsscheiben einlaufen, dieser Prozess zieht sich etwa  über eine Distanz von 300 Kilometer. Beim Verzögern steigt die Temperatur in der Bremsanlage, und die neuen Scheiben härten sich während der Einfahrphase zunehmend an der Oberfläche aus. Allzu heftige Bremsmanöver können die Scheiben beim Einlaufen jedoch dauerhaft beschädigen, was sich in Form von Vibrationen im Lenkrad während dem Bremsvorgang bemerkbar macht. 

Beachten Sie auch Ihre neuen Reifen, das  Einfahren ist auch hier notwendig. Der Grund hierfür liegt bei der Fertigung des Produkts: Damit der Reifen nach der Herstellung besser aus der Form gelöst wird, ist er von einem Trennmittel umgeben. Diesen doch rutschigen Überzug müssen Sie je nach Reifentyp zwischen 150 km und 300 km “abfahren”. Erst danach wird Ihnen das ganze Traktionspotential zur Verfügung stehen. Also Vorsicht beim Bremsen und Kurvenfahren! Auch neue Stoßdämpfer verfügen am Anfang noch nicht über ihre volle Wirkung. In der Praxis bedeutet das, dass die Haftung an den Rädern noch nicht perfekt ist und der Komfort zu wünschen übriglässt. 

An Hand dieser Beispiele wird es wohl einleuchten, dass ein neues Auto am Anfang noch nicht über das gesamte Potenzial verfügt und ein gewissenhaftes Einfahren von Vorteil ist. Nicht nur wird es Ihnen unnötige Reparaturen oder einen lästigen Ölverbrauch ersparen, sondern Sie können auch noch später bei hoher Kilometer-Laufleistung Ihr Fahrzeug mit viel Freude genießen. F

Frank MAAS

© ACL

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