Synchronisierung mit dem Sozius

Veröffentlicht am 08.05.2020

Die Motorradsaison ist angelaufen und viele Fahrer sind mit Sozius oder Sozia unterwegs.

Wer noch kein eingespieltes Team ist, der sollte auf einige „Synchronisierungsfallen“ achten.

Los geht es schon beim Aufsteigen. Wenn der Beifahrer sich unvermittelt auf die Maschine schwingt und sich plötzlich auf die linke Fußraste stellt, kann das Motorrad ins Schwanken und der Fahrer ins Schwitzen geraten. Das Essener Institut für Zweiradsicherheit (IfZ) rät Neulingen daher, das Auf- oder Absteigen deutlich anzukündigen. Erst wenn der Fahrer sicher mit beiden Füßen auf dem Boden steht und die Maschine fest im Griff hat, darf der  Mitfahrer auf- oder absteigen. Hilfreich kann es sein, sich dabei kurz an den Schultern des Vordermanns oder der Vorderfrau festzuhalten. 

Ein klassischer Anfängerfehler von Mitfahrern ist die falsche Kurvenhaltung. Bei Richtungswechseln müssen Fahrer und Beifahrer eine Linie bilden, um die sichere Balance zu halten. Der Sozius darf weder den Fuß von der Raste  nehmen noch sich als impulsive Reaktion in die Gegenrichtung neigen. 

Ebenfalls eine „klassische Soziuspanne“ ist das Einanderstoßen der Helme beim Bremsen oder Beschleunigen. Das IfZ empfiehlt eine weiche und runde Fahrweise sowie eine gewisse Körperspannung. Das kann dazu beitragen,  die unbeabsichtigten Kopfkontakte zu vermeiden. 

Ein möglichst nahes Zusammenrücken hilft ebenfalls und sorgt für eine dynamische Fahrer-Beifahrer-Einheit. Vor der Fahrt sollten Duos auf dem Motorrad sich auch auf bestimmte Zeichen zur Verständigung einigen, falls keine Helmsprechanlage an Bord ist. Zum Beispiel kann das Klopfen auf den rechten Oberschenkel bedeuten anzuhalten, klopfen gegen die rechte Schulter, langsamer zu fahren. Auf jeden Fall wird so wildes Gestikulieren  vermieden, die Unruhe in das Fahrwerk bringen kann.

Brems- und Überholvorgänge fallen aufgrund des höheren Gesamtgewichts zu zweit länger aus als im Solobetrieb. Der Fahrer sollte dies in seiner Fahrweise berücksichtigen und generell riskante und abrupte Manöver  vermeiden. Es versteht sich außerdem, dass aufgrund der größeren Zuladung Fahrwerk und Reifenfülldruck gegebenenfalls vor der Fahrt angepasst werden müssen.

© ADAC

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